
Werner Kiefer wird als Vorsitzender des Gesangvereins Hüsingen verabschiedet - Ehefrau Christine erhält einen Blumenstrauß, links: Kassier Michael Winter, rechts 2. Vorstand Fritz Winter
Steinen-Hüsingen (W). Traurig endete die Generalversammlung des Gesangvereins Hüsingen in diesem Jahr, denn der Verein steht nach den Wahlen ohne Vorsitzenden da. Auch wenn der Frauenchor unter Leitung von Hanspeter Weber ein schönes Begrüßungslied sang, so konnte man die gedrückte Stimmung spüren. Bereits im vergangenen Jahr fielen die Wahlen nicht nach Wunsch aus, so konnte weder ein Schriftführer noch ein Protokollführer gefunden werden. Werner Kiefer, der amtierende erste Vorsitzende, hatte im Jahr zuvor die Aufgabe des Protokollführers mit übernommen, was er in diesem Jahr ablehnte.
Nichtsdestotrotz hielt er nach seiner Begrüßung einen kurzen Jahresrückblick, der auf etwas mehr als Bierdeckelgröße passte. Größter Bestandteil, auch in den Rückblicken der beiden Chorleiter, fand die Operette „Eine Nacht in Venedig“, die sehr erfolgreich viermal in Eichen in der Halle und viermal in Hüsingen, davon dreimal open-air auf dem Müsler und einmal aufgrund von schlechtem Wetter in der Halle aufgeführt wurde. Einen ausführlichen Bericht hatte Iris Rohde, 2. Vorsitzende des Frauenchors vorbereitet, den Kiefer verlas. Die Frauen machten einen Ausflug nach Utzenfeld, wo sie die „Gutzelifabrik“ Faller besichtigten und bestritten gemeinsam mit den Warmbacher Frauen ein Konzert in Luttingen zum 150. Jubiläum des Gesangvereins Laufenburg, das viel Beachtung und Lob fand, wie Dirigent Hanspeter Weber informierte. Für 2012 ist ein Konzert in der Höllsteiner Margarethenkirche geplant, bei dem auch der Männerchor einen Block mitgestalten wird, ein Auftritt als gemischter Chor stattfinden wird und ein Orgelstück vorgetragen werden soll. Die Arbeit mit den Hüsinger Frauen mache ihm Freude, viele freundschaftliche Begegnungen finden statt. Der Männerchor unter Leitung von Dieter Waibel sang zur Totenehrung: „Der Mensch lebt und bestehet nur eine kurze Zeit“. Waibel informierte, dass außer den drei Hüsinger Mitgliedern, die im vergangenen Jahr starben (Gerhard Sturm, Hans Keßler und Otto Bechtel), am Freitag „Carlo“, der
Gondoliere aus „Eine Nacht in Venedig“, Karl Rüdlin, aus Eichen gestorben ist, was mit Betroffenheit aufgenommen wurde, da man sehr schöne Stunden mit ihm während der gemeinsamen Proben- und Aufführungszeit verlebte. Die rückblickenden Ausführungen Waibels zeigten die sehr musikalischen Termine auf und die gelungene Kooperation mit dem Gesangverein Eichen. Doch hatte er auch Grund zu „meckern“. Das altbackene Erscheinungsbild des Vereins lässt es an Attraktivität mangeln. Auch nach außen müsse man einwirken. Jugendliche, Schulen, Kinder sollten mit ins Boot gezogen werden. „Mir mien verruckt si“, man solle Wagemut zeigen und nicht die Hand an der Handbremse lassen. Über das am 4. und 5. August geplante Rebenfest soll noch diskutiert werden. Für den Samstag schlägt der Chorleiter „leichte Muse“ vor, eventuell am Sonntag ein „Kreativfest“ – auch etwas für Kinder einplanen. Das Können des Chores wird geschätzt, er erhalte viele Komplimente.
Mit einem gesunden Plus endete aus finanzieller Sicht das Jahr. Kassier Michael Winter konnte von guten Veranstaltungen berichten, die mit gutem Gewinn ausgingen. Martin Sturm, der mit Sabine Eiche die Kasse geprüft hatte, bescheinigte eine ordentliche und saubere Arbeit, so dass die Versammlung der Vorstandschaft einstimmig Entlastung gewähren konnte.
WAHLEN
Wie gewohnt übernahm Ortsvorsteher Erwin Sturm die Tagesordnungspunkte Entlastungen und Wahlen bei der Generalversammlung des Gesangvereins Hüsingen. Einstimmig konnte die Vorstandschaft entlastet werden. Außer Lob für die gelungenen Open-Air-Aufführungen auf dem Müsler hatte er Dankesworte an den Verein für die Mithilfe beim Halle putzen, den Liedvorträgen beim Volkstrauertag, bei der Holzversteigerung, an Pfingsten und in der Kirche an Weihnachten. Zur Wahl standen der erste Vorsitzende, ein Schriftführer und Protokollführer, die Vorsitzende des Frauenchors – dieser Posten war im vergangenen Jahr ebenfalls vakant, die Stellvertreterin und zwei Kassenprüfer. Seiner Bitte, sich bei den Wahlen zur Verfügung zu stellen wurde nicht in allen Belangen Genüge getan. Es konnte kein erster Vorstand gefunden werden. Ebenso kein Schriftführer und Protokollführer. Diese Posten sind bereits seit zwei bzw. einem Jahr vakant und der erste Vorsitzende, Werner Kiefer, hatte die Aufgaben in Personalunion vorgenommen. Sturm schlug vor, dass alle aktiven Sängerinnen und Sänger sich mit ihm in den Raum des Bürgerhauses begaben, um etwa eine Viertelstunde lang zu beraten, er wollte das Rednerpult erst verlassen, wenn ein Vorsitzender gewählt sei. Leider kamen sie ohne Ergebnis zurück, deutliche Worte seien gefallen, so der Ortsvorsteher. Da keine Vorschläge gemacht werden konnten, ging er zur Wahl des Frauenchors über. Zur ersten Vorsitzenden stellte sich die bisherige Stellvertreterin, Iris Rohde zur Verfügung, neue Stellvertreterin ist Karin Fingerlin, die bisherige Beisitzerin. Für sie konnte Gudrun See neu ins Gremium gewonnen werden. Alle wurden einstimmig durch Handzeichen gewählt. Die beiden Kassenprüfer Martin Sturm und Sabine Eiche stellten sich ebenfalls ein weiteres Jahr zur Verfügung. Auf den Vorschlag von Dirigent Dieter Waibel, Zettel zu verteilen, damit schriftlich ein Vorstand gewählt werden könne, mochte Sturm nicht eingehen, da während der Auszeit im Bürgerhaus anderes besprochen wurde. „Ein Versuch ist es wert“, so meinten einige, so wurde schriftlich abgestimmt, wobei 20 Stimmen auf Klaus Kessler fielen, alle anderen auf den Zetteln befindlichen Mitglieder hatten jeweils fünf oder weniger Stimmen. Doch Kessler war nicht bereit „unter den jetzigen Bedingungen“ das Amt anzunehmen. Er habe das Amt bereits zwölf Jahre ausgeübt und es aus zeitlichen Gründen abgegeben. Auf die Frage, was für Gründe ihn nun abhielten, sich dafür zu entscheiden: Der Männerchor sei eine tolle Gruppe sowohl beim Singen als auch beim kameradschaftlichen Hock nach den Singstunden. Doch fehle die Bereitschaft, kleine Freundschaftsdienste zu verrichten, was als Unterstützung für einen Vorsitzenden wichtig sei. Eher mache er Schriftführer, was sofort vom Wahlleiter aufgegriffen wurde und ihm durch Akklamation das Amt einbrachte. Erwin Sturm gratulierte den Gewählten und betonte, dass man in den nächsten Wochen Anstrengungen machen solle, einen ersten Vorsitzenden zu finden. Es wäre schade, wenn der Gesangverein nicht mehr bestehen würde. Werner Kiefer bedankte sich bei Sturm, der letztmals als Ortsvorsteher die Wahlleitung innehatte. Es war auch für den scheidenden Vorsitzenden ein enttäuschendes Ergebnis, doch hoffte er, dass geschieht, wie so oft im Leben: Wenn eine Tür zugeht, geht eine andere auf…
EHRUNGEN – 60 Jahre

- Vorstand Werner Kiefer, Jubilar Walter Keßler, Kassier Michael Winter, 2. Vorsitzende Fritz Winter. Walter Keßler erhält die Urkunde des Deutschen Chorverbandes zu 60 Jahren Singen im Chor
Eine hohe Ehrung konnte Werner Kiefer Walter Keßler aussprechen. Bei der Frühjahrstagung des Obermarkgräfler Sängerbundes wurde der langjährige Vereinskamerad für 60 Jahre aktives Singen im Chor ausgezeichnet. Die dazu gehörende Urkunde und ein Weinpräsent wurden ihm bei der Generalversammlung des Gesangvereins Hüsingen überreicht. Spontan erhob sich Dirigent Dieter Waibel und stimmte mit der gesamten Versammlung das Lied: „‘ne Gsang in Ehre, wer will’s verwehre“ an. Keßler, der extra zu dieser Versammlung von der Kur aus Bad Bellingen angereist war, bedankte sich und richtete Grüße von den Schwestern aus. Diese waren nicht wenig beeindruckt, dass die Sänger am Geburtstag Keßlers in der vergangenen Woche nach Bad Bellingen gekommen waren, um ihm ein Ständchen zu bringen. Auch er selbst war überwältigt. 1951 war er mit zwei weiteren Kameraden dem Verein beigetreten, damals als Junger Mann stolz, man war jemand im Dorf, durfte an Feste gehen, mal weg von zuhause. Es wäre schlimm, wenn es nicht weiter ginge, wenn sich niemand zur Verfügung stellte, Verantwortung im Verein zu übernehmen. „Wir müssen von Haus zu Haus gehen“. Ein Dorf ohne Verein ist ein totes Dorf, meinte Keßler.
Manfred Würger wurde bei der Frühjahrstagung für 25 Jahre Singen im Verein ausgezeichnet. Er war zur Versammlung aus geschäftlichen Gründen verhindert und erhielt die Auszeichnung später.
Fritz Winter, der zweite Vorsitzende, nahm die weiteren Ehrungen vor. Zunächst bedankte er sich beim scheidenden Vorsitzenden, Werner Kiefer, für dessen Einsatz mit einem Präsent sowie seiner Ehefrau Christine mit einem Blumenstrauß. Weitere Geschenke gingen an die beiden Chorleiter Dieter Waibel und Hanspeter Weber, an die fleißigen Singstundenbesucherinnen Iris Rohde, Gudrun See, Margit Schwemberger und Johanna Heitz, an die fleißigen Singstundenbesucher Fritz Winter und Hubert Blüss, die auswärtigen Sängerinnen und Sänger erhielten je ein Glas Honig, die Singstunden- und Müslerwirte sowie die Notenwarte durften sich über eine kleine Aufmerksamkeit freuen, ebenso Pressevertreterin Vera Winter. Fritz Winter bedankte sich auch bei allen Helfern bei den Festen, ohne die es nicht gehe. Da nun kein Vorsitzender zur Verfügung stand, führte Winter die Tagesordnung weiter und bat um Wortmeldungen für
Wünsche und Anträge.
Nach der unerfreulich endenden Versammlung bat eine Sängerin darum, die Entscheidungen von Mitgliedern zu respektieren, wenn sie sich nicht zur Verfügung stellen können. Befremdet äußerte sich Achim Hottinger, der Vorsitzende des Gesangvereins Eichen, über den Ausgang. Man habe gemeinsam eine tolle Sache bestritten mit der Operette „Eine Nacht in Venedig“. Er bat darum, dass sich die Mitglieder zusammenraufen. Den Stimmen des Frauenchors, der drei Lieder zum, Abschluss sangen, merkte man die Bedrücktheit an. Es wollte vor allem bei der Uraufführung des neu einstudierten „Amazing Graze“ nicht die gewohnte Klarheit der Stimmen eintreten. Bleibt zu hoffen, dass durch die weiter bestehende Kameradschaft und die Freude am gemeinsamen Singen im Chor auch die Bereitschaft für Verantwortung wächst und der Weiterbestand des Vereins gesichert wird.











