Schopfheim (hjh). „Liebe Narrenfreunde, des Ding isch g’esse. D’Fasnacht isch vorbei“, verkündete Oberzunftmeister Jürgen Wisniewski und setzte damit den Schlusspunkt unter „den letzten offiziellen Termin“ seiner Aruba-Narren, das Heringsessen am Mittwoch im Narrenkeller der Zunft.
In Räuberzivil waren die Mitglieder der Zinken zu diesem Event erschienen, das der Aumazinken organisiert hatte. Aufgetischt wurden traditionell Pellkartoffeln und saure Heringe, die dem einen oder anderen sicherlich auch halfen, dem „Verbrennungs-„ Kater vom Vorabend ein Schnippchen zu schlagen mit dem letzten üppigen Mahl vor der Fastenzeit, die an Aschermittwoch begann und bis Ostern dauern wird.
Es schwang aber auch eine Portion Wehmut mit in den Worten des Oberzunftmeisters und des Statthalters, dessen Amtszeit nach einer heftigen, aber kurzen heißen Phase „leider Gottes“ ebenfalls zu Ende ging. „Harald I. vo de Innestadt“ ist ab sofort wieder der Sparkassen-Mitarbeiter Harald Bäumle und tritt als solcher zurück ins Glied, wird Mitglied in der Mannschaft der „Ex“ – und geht als „Sieger“ des diesjährigen Heringsessens gegen Bürgermeister Christof Nitz in die Annalen der Zunft ein, weil der Burgi nicht die Stoppuhr, sondern etwas ganz anderes im Visier hatte: „Bei mir war Genuss dabei, habt ihr das gesehen!“
Nach dem „Genuss“ nahm Christof Nitz den Rathausschlüssel in Empfang, den er am 11.11.11 schweren Herzens abzugeben hatte. „Eigentlich bin ich ganz froh, dass ich den Schlüssel nun wiederhabe. Denn ich bin gerne Bürgermeister in Schopfheim“, bekannte er und nutzte die Gelegenheit, Ablauf und Organisation der Fasnacht in seiner Stadt zu loben. Es sei eine tolle Fasnacht gewesen. Er habe einen von drei ganz hervorragenden Zunftabenden erlebt. Und er sei ganz einfach stolz auf die Narrenzunft, die ihre Veranstaltungen ebenso erfolgreich wie „chaosfrei“ über die Bühne brachte. „es hat Spaß gemacht, mit euch zusammen zu arbeiten und mit euch zusammen zu feiern“, unterstrich Nitz sein Lob an die Adresse des Teams von Jürgen Wisniewski, der zuvor an die Highlights der abgelaufenen Kampagne, an den Auftakt vor rund drei Monaten, an Lumpenbälle, das Baumstellen, an die Besuche bei den Jubiläum der Enninger und des VON, an die Besuche in Kindergärten, Kirchen, Schulen und Altersheimen, ans Plaketten-Jubiläum des frisch gebackenen „Dilldapps“ Jeannot Weißenberger und vor allem an drei Zunftabende erinnert hatte, die eine Qualität auszeichnete, die weit und breit nur schwer zu finden sei. „Über die Jahre hinweg ist es dem Trio Jeannot Weißenberger, Andi Gsell und Toto Infernale gelungen, gleichbleibende Qualität zu bieten“, sagte der OZUME und fügte hinzu: „Vor dieser Leistung kann man wirklich nur den Hut ziehen.“
Den symbolträchtigen Hut zog schließlich auch Harald Bäumle, der Statthalter, der sich an seinem letzten Abend „das letschde Bolizeihemd“ übergestreift hatte, um daran zu erinnern, dass er dieses Hemd beim Omengeld-Eintreiben auf dem Polizeirevier der Markgrafenstadt auch als Zeichen dafür erhalten habe, dass die närrischen Tage in harmonischem Miteinander mit den Beamten und der Zunft weitestgehend ruhig und friedlich bewältigt werden konnten. Er habe sich, so Harald I. , während seiner Amtszeit dem Erhalt des Brauchtums verpflichtet gefühlt und dabei eine ganze Reihe toller Erlebnisse gehabt, für die er der Zunft und seinen Begleitern herzlichst zu danken habe. Sein Einsatz als Statthalter sei eine „einmalige Lebenserfahrung gewesen“, er habe „unheimlich dazugelernt“. Und er freue sich ganz besonders, dass es im Rahmen der Omengeld-Tour gelungen sei, auch dank tatkräftiger Unterstützung von Christof Nitz 650 Euro zu sammeln, den die Zunft sozialen Zwecken, darunter der Bürgerstiftung der Sparkasse Schopfheim, zuführen wird, betonte Bäumle, dessen letzte Amtshandlung es war, Toto Infernale, Frank Pfeifer und „Müsli“ Klaus Strauß mit dem Statthalter-Orden für ihren großen Einsatz während der fünften Jahreszeit zu danken.






