Herzlich willkommen auf den Seiten von schopfheim-web.de

Wir wollen Sie mit aktuellen Berichten auf dem Laufenden halten oder zumindest einen Überblick geben über das, was sich in unserer Region ereignet hat.

Und denken Sie bitte daran: Die Pflege der Seiten erfolgt ehrenamtlich. Arbeiten Sie mit, um eine möglichst umfassende Berichterstattung zu ermöglichen!

Member Login
Lost your password?

Festakt der Mundart-Dichter: ein Akt, der zum Fest wurde

24. März 2013

 Die Hoch- und Bodenseealemannen der Mundartzunft

Schopfheim (hjh). Autor(inn)en, Liedermacher und Moderatoren aus den Dialekt-Hochburgen Baden, Württemberg, Franken, Friesland, Hessen und Bayern, aus dem Elsass, aus Vorarlberg und aus der Schweiz feierten am Samstag zusammen mit den Freunden gepflegter „Muttersprache“ im Konzertraum der Waldorfschule „art“ig den 25. Geburtstag der „Internationalen Schopfheimer Mund-Art Literatur-Werkstatt“. Und zwar „grad e so, wie iene de Schnabel g’wachse isch“, in einem herrlich lockeren Kauderwelsch, das letztlich zeigte, wie grenzenlos stark Sprache zu verbinden versteht, auch wenn nicht alle alles verstehen können.

Bruno Epple und Markus Manfred JungVolker Habermeier moderierte nicht einfach nur einen „Festakt“, sondern machte aus dem feierlichen Akt ein beeindruckendes Fest. Habermeier und nicht zuletzt Markus Manfred Jung verstanden es prächtig, mit Charme und Witz zu unterhalten. Langeweile hatte keine Chance, sich im reichlich vorhandenen Publikum breit zu machen. Alte und junge Fans erlebten, was Jung meinte, als er ankündigte: „Ihr werdet sehen, wie jung die junge Mundart noch ist.“ Und wie treffend sie Dinge zu beschreiben versteht, die in den sogenannten „Hochsprachen“ oft genug Gefahr laufen, unter zu gehen.

Seit 25 Jahren treffen sich die Mundart-Poeten aus allen Teilen des deutschsprachigen Raums in der Markgrafenstadt, um an Themen zu feilen, Gedanken auszutauschen, Anregungen zu erhalten. Schopfheims Bürgermeister Christof Nitz bekannte, dass es ihn „ein kleines Stück stolz“ mache, dass seine „unglaublich vielfältige“ Stadt seit einem Viertel-Jahrhundert „und hoffentlich noch viele, viele weitere Jahre“ Ziel so vieler erstklassiger Autoren und Autorinnen sei.

Friedel Scheer-Nahor von der Muttersprooch-Gesellschaft hielt „großen Applaus für Markus Manfred Jung“ für angebracht. Schließlich sei „Kontinuität im nichtbezahlten Engagement eine Ware, die man nicht im Laden um die Ecke kaufen kann.“ Die Literatur-Werkstatt sei schon deshalb unverzichtbar, weil die Treffen ein Ereignis seien, das aus dem Alltag herausragt und weil sie Dinge in Bewegung bringe, an denen das mundartinteressierte Publikum regelmäßig große Freude habe. Zusammen mit der Muttersprooch-Gesellschaft, die ihr 50jähriges Bestehen feiere, sei die Werkstatt „ein Instrument in einem vielstimmigen Konzert“, sagte Scheer-Nahor.

Auf Marion Dammann mussten die Gäste verzichten. Die Landrätin hatte wegen Krankheit ihren Part abgesagt. Dafür redete Christof Nitz „drei Minuten länger“. Und es blieb Zeit, den Gedichtvortrag von Bruno Epple zu Ehren von Thomas Burth zu genießen, einem der Mitbegründer der Werkstatt, der das Jubiläum leider nicht mehr miterleben durfte. Frohen Mutes genießen durften die Zuhörer schließlich den Rückblick von Gerhard Manfred Jung auf „25 Johr Internationale Schopfheimer Mund-Art Literatur-Werkstatt“. Gewürzt mit amüsanten Geschichten rund um die Werkstatt erinnerte Jung nicht nur an die Höhepunkte seiner Arbeit mit dem Seehasen Thomas Burth und später mit Volker Habermeier, dem Schwaben, die er ab und an aufgeben wollte, in die er sich dann aber wieder stürzte, weil er sich der Unterstützung sehr vieler Freunde und Gönner sicher sein konnte. „Volker und ich teilen uns die Freude, miteinander ertragen wir auch ab und zu den Ärger“, sagte Jung und freute sich über die vielen Freund- und manchmal auch Liebschaften, die unterm romantischen Sternenhimmel über der Hohen Flum geschlossen wurden und werden.

Lob zollte Markus Manfred Jung den Buchhandlungen, der Stadt, der Bibliothek, der Waldorfschule und nicht zuletzt den Tageszeitungen, die aus Sicht der Berichterstattungen über die Literatur-Werkstatt im Vergleich zu anderen Regionen für „geradezu paradiesische Zustände“ sorgen. Dann brach Jung noch eine Lanze für das Jahrbauch der Stadt. Das Werk von Klaus Strütt, in dem die Mund-Art(isten) immer wieder zu Wort kommen, sei für seine Klientel das, was für einen Fußballspieler das Toreschießen sei. Und an die Adresse des Bürgermeisters und der Gemeinderäte gemünzt war Jungs Versprechen: „Solange es dieses Jahrbuch gibt, machen wir hier in Schopfheim auch die Mundart-Werkstatt.“

Mit „leckerem Essen“ aus der Schulküche lockten die Macher des Festaktes ihre Gäste zum Bleiben. Im Foyer war reichlich Gelegenheit zum Erfahrungsaustusch. Drinnen auf der Bühne gab’s herrliche Gedichte und Geschichten auf die Ohren.  Rund 40 Autorinnen, Autoren und Liedermacher gaben bis spät in die Nacht ihr Bestes, grad so wie zu gleicher Zeit in Basel und im Elsass, wo das Jubiläum der Literatur-Werkstatt ebenso wie in Schopfheim zünftig gefeiert wurde.

Einkaufen in Schopfheim

Wir sind…

Freie Stellen





Hit Counter provided by Seo Packages
Login