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BI verärgert: „Verknöcherter“ Gemeinderat und sturer Burgi verhindern autofreies Stadtzentrum

8. Mai 2013

einen autofreien Marktplatz gibts in Schopfheim derzeit nur frueh morgensSchopfheim (hjh). „Steter Tropfen höhlt den Stein“, heißt es. Deshalb bleiben die Mitglieder der Innenstadt-BI hartnäckig am Ball. Sie lassen sich nicht ins Abseits drängen, wollen, dass sich bisher taube Ohren bei einem „verknöcherten Gemeinderat“ endlich öffnen und Vorschläge oder gar Forderungen wahrnehmen, an denen es der BI noch nie mangelte. Schließlich sind sie eifrig am Sammeln. Wie am vergangenen Samstag zum Beispiel, als unter anderen Jürgen Fremd, Dr. Uwe Gerber, Hubert Probst und Dr. Dieter Strass auf dem Marktplatz versuchten, in Diskussionen mit den Bürgern Meinungsbilder einzufangen und zu sortieren, um die dann weiterzugeben an die Mandatsträger und an die Stadtverwaltung. „Es wird erwartet, dass endlich gehandelt wird. Und zwar nicht irgendwann in ein paar Jahren, sondern sofort“, gab die BI  am Dienstag im Rahmen einer Informationsrunde im Gasthaus „Sonne“ bekannt.

Mit Riesenpostern hatte die BI für ihr Anliegen, die Innenstadt Schopfheims autofrei zu gestalten, geworben. Die Resonanz auf diesen Vorstoß, einen von vielen, sei „riesig“ gewesen. Es hagelte Vorschläge, sagte Jürgen Fremd, der sich die Mühe gemacht hatte, die Info-Veranstaltung mit Fotos zu untermalen, auf denen Ideen der Schopfheimer eingezeichnet oder reingeklebt worden waren. Ein riesiger Brunnen zierte da das Wohnzimmer der Stadt, den Marktplatz, den rundum Geschäfte aufpeppten, Kaffees, ein nach allen Seiten „gläsern offenes“ Rathaus, Spielecken, eine Musikschule, eine kleine Bühne und Sitzbänke, die dort aufgestellt waren, wo jetzt noch Autos parken. Und zwar exakt 24 Stück, wie Uwe Gerber vorrechnete: „Eine geringe Anzahl von Parkplätzen, auf die ohne weiteres verzichtet werden könnte.“

Kritisiert wurde, dass es noch immer Entscheidungsträger gebe, die ihre ablehnende Haltung gegenüber der autofreien Innenstadt am Versuch Klaus Flecks festmachen, der vor Jahren ein Stück Hauptstraße gesperrt und enormen Widerspruch gegen diese Maßnahme geerntet habe. „Damals fehlte jede Möglichkeit, Schopfheims Zentrum zu umfahren“, zeigte die BI Verständnis für das ablehnende Votum. Die Herrschaften wiesen darauf hin, dass inzwischen ganz andere Voraussetzungen gegeben seien. Zentrumsnah Parken sei zum Beispiel problemlos möglich, wenn ein Stück des „viel zu großen Omnibusbahnhofs“ in der Bahnhofstraße für Parkplätze geopfert würde.

Den Entscheidungsträgern in Schopfheim aber mangele es an Einsicht, Weitsicht und an Visionen. „Und ohne die reden wir wegen unseres Projektes in 100 Jahren noch an eine Wand“, ärgerten sich die BI-Mitglieder, für die Hubert Probst kurz vor der Infoveranstaltung noch einmal über den Marktplatz geschlendert war, nur um das Ergebnis der Befragung vom Samstag erneut bestätigt zu bekommen. Ein Parkhaus beim Bahnübergang in der Hebelstraße, sei empfohlen worden. Und zwar mit dem Hinweis darauf, dass der Landkreis an den Baukosten beteiligt werden müsse, weil der Mangel an Parkplätzen unter anderem den Schülern der Berufsschulen zugeschrieben werde.

Das Marktrecht auf dem Marktplatz will den Beschickern und ihren Kunden natürlich niemand streitig machen. Auch die Interessen der Anwohner rund um die Kernstadt müssten bei Nutzungsänderungen oder Umgestaltungen gewahrt bleiben. Problematischer dagegen sei die „unglaubliche Meinungsvielfalt“, die Dieter Straß bei den Befragten ausgemacht hatte. „Von zehn Befragten erhielten wir zehn verschiedene Meinungen“, wunderte er sich über die Ergebnisse vieler Diskussionen. Es erfordere starke lenkende Hände, Personen mit Durchsetzungsvermögen, aus den Vorschlägen Lösungen herauszufiltern, um die dann auch zeitnah und nicht im „für Schopfheim fast schon üblichen Schneckentempo“ realisieren zu können. Die Bündelung der Ideen aber sei gerade in der Markgrafenstadt „sehr schwer“. Vor allem bei einem Bürgermeister, der seinen fachkundigen Mitarbeitern verbiete, ihre Meinung einzubringen, der Hinweise darauf, dass Gelder aus Stuttgart frei verfügbar seien, „stur“ ignoriere.  Wäre Christoph Nitz dem Projekt autofreie Innenstadt gegenüber aufgeschlossen, dass stünde der Installation eines Kommunikationszentrums auf dem „Lindenplatz“, bei dem neben ein wenig südländischem Flair die sozio-kulturelle Schiene im Vordergrund stehen müsse, nicht mehr sehr viel im Wege. Fußgänger könnten sich dann endlich frei bewegen, ohne – wie derzeit – um ihr Leben fürchten zu müssen.

Seit Jahren liegen Pläne vor, nach denen eine Umgestaltung in Angriff genommen werden könnte. „Sie sind in der Versenkung verschwunden, nichts passiert“, ärgerte sich die Gruppe, die nun verstärkt versuchen möchte, die Jugend „und damit die künftigen Wähler“ mit ins Boot zu holen. Schließlich habe ein toll gestaltetes Schopfheim auch Magnetwirkung auf junge Menschen, denen hier derzeit eigentlich nichts oder nicht viel geboten wird. „Vielleicht sorgen die mit für den nötigen Druck. Denn die jungen Menschen haben nicht die Eselsgeduld, die wir aufzubringen gezwungen werden“, hofft die BI entgegen eigener Befürchtungen: „Eventuell aber werden die ebenso wenig ernst genommen wie wir ernst genommen werden.“ Sonst wäre bei all den Versuchen, ein kleines Paradies in Schopfheims Zentrum zu schaffen, nicht das herausgekommen, was um den Kronenbrunnen herum zu sehen ist: „Ein katastrophaler, jämmerlicher Platz, raummäßig völlig ohne Struktur“, wie Uwe Gerber frustriert frotzelte.

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