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Palliative Kultur als Lebenshilfe

5. Juli 2013
Auf dem Foto sind die Kooperationspartner aus Kommune, Kirche und Hospiz mit Susanne Bauer und Stefan Schmidt zu sehen.

Auf dem Foto sind die Kooperationspartner aus Kommune, Kirche und Hospiz mit Susanne Bauer und Stefan Schmidt zu sehen.

Schopfheim (hjh. Das „Boot“ nimmt Fahrt auf, das mit den Plänen zum Neubau des Georg-Reinhardt-Hauses und der damit verbundenen Umstrukturierung „vom klassischen Pflegeheim zur angestrebten Haus- und Lebensgemeinschaft“  vom Stapel lief. Potente Partner aus Kommune, Kirche und lokaler Hospizinitiative haben das Schiff flott gemacht. Drei Jahre wird es auf See sein und dabei wohl einige Klippen umsegeln müssen. Denn noch ist neu, was im Georg-Reinhardt-Haus nach jahrelanger Planung reifen muss: „Palliative Kultur als Lebenshilfe“.

Susanne Bauer, die Geschäftsführerin des Georg-Reinhardt-Hauses und Sozialdienstleiter Stefan Schmidt stellten das Projekt am Mittwoch im Rahmen eines Pressegesprächs offiziell vor. Das Haus realisiere derzeit „eine der innovativsten baulichen und konzeptionellen Altenhilfeeinrichtungen im Landkreis“, betonten Bauer und Schmidt. Und Schmidt fügte hinzu: „Heute ist ein Tag, an dem ich ganz besonders glücklich bin, das Projekt endlich vorstellen und anschließend an die Arbeit gehen zu können.“ Und an Arbeit wird es den Verantwortlichen der im Neubau entstehenden „stationären Hausgemeinschaft mit kleinteiligen Wohneinheiten“ sicher nicht mangeln. Nicht nur fachlich stehe die Belegschaft nach Umsetzung der Konzeption „fast vor einem Neuanfang“, sagte Schmidt. In ganz besonderer Weise fokussiere die Konzeption einer Hausgemeinschaft nämlich die individuellen Bedürfnisse der hier lebenden und arbeitenden Menschen. Die Hausgemeinschaft werde dezentral organisiert und familienähnlich strukturiert. Sie sei nicht nur ein würdiger Ort für hilfe- und pflegebedürftige Menschen, sondern signalisiere dank ihrer auf Kooperation, Mitsprache und Teilhabe ausgerichteten Kultur unter anderem Hoffnung für Menschen im Quartier, der politischen Gemeinde und der näheren Umgebung.

Die angestrebte palliative Praxis sei nicht einfach nur Ausdruck einer „Kultur der Sorge“. Sie ist fachliches und menschliches Gebot für zeitgemäß aufgestellte Pflegeeinrichtungen, korrespondiere aber auch in besonderer Weise handlungsweisend mit stationären Hausgemeinschaften. Palliative Praxis soll ermutigen, das Altenpflegeheim als letzten Lebensort mit weniger Sorge anzunehmen. Gelingt das wie beabsichtigt, werden von den noch zu erarbeitenden Erfahrungen Bewohner/innen, Angehörige, Therapeuten, Ärzte und Mitarbeitende gleichermaßen profitieren. Auch deshalb sitzen neben der Stadt Schopfheim die Katholische Kirchengemeinde Schopfheim, die Seelsorgeeinheit Mittleres Wiesental, die Evangelische Kirchengemeinde Schopfheim, Eichen und Fahrnau, die ambulante Hospizgruppe Schopfheim, der Träger des diakonischen Werks Schopfheim und nicht zuletzt die Kliniken des Landkreises Lörrach mit den Ärzten Dr. Michael Maraun und Dr. Fuat Zarifoglu von Beginn an mit im eingangs erwähnten Boot, das in erster Linie vom starken finanziellen Engagement der Sparkasse Schopfheim-Zell, der Bürgerstiftung Mittleres Wiesental und der VR-Bank Schopfheim-Maulburg über Wasser gehalten wird.

Alle Beteiligten freuen sich, dass es der Klientel des Georg-Reinhardt-Hauses im zunächst auf drei Jahre begrenzten Zeitraum ermöglicht wird, „den letzten Lebensabschnitt in Freiheit autark zu gestalten“ und Hilfen auf dem Weg durch Krankheiten ganz anders als bisher gewohnt möglich werden. Natürlich hoffen alle auch, dass sich die Beteiligten in der Erprobungsphase zusammenraufen, eigene Interessen hintanstellen, auch wenn die gravierende konzeptionelle Veränderung für die meisten mit ganz außergewöhnlichen Belastungen verbunden sein wird. Die Voraussetzungen für einen Erfolg seien allerdings recht gut. Schließlich registrierte das Team um Susanne Bauer schon bei der Ausarbeitung des Projektes „eine unheimliche Resonanz“ und großes Interesse an der Umsetzung kommender Aufgaben, die – einfach ausgedrückt – zum Ziel haben, einen Schutzmantel auszubreiten, unter dem die Begleitung unheilbar schwerkranker und sterbender Menschen intensiv möglich sein wird. Das -und nur das – beschreibe die „Kultur der Sorge“, die den Bedürfnissen dieser Menschen „gezielt und angemessen entspricht.“ Auch deshalb haben sich die Kooperationspartner zum regelmäßigen Austausch ihrer Erfahrungen verpflichtet sowie alten- und pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige über die vielfältigen Möglichkeiten von Palliative Care (lat. palliare, „mit einem Mantel bedecken“; engl.care, „Versorgung; Betreuung, Aufmerksamkeit“) ausführlich und kompetent zu informieren.

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