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Trockene Fürze bei der „Konferenz der Landeier“

13. Juli 2013

Freche Sprueche aus grosser Klappe - AusverkauftSchopfheim (hjh). Ausverkauft! „Was guckst du?“- Comedystar Kaya Yanar füllte im Rahmen des Sommersound-Festivals am Freitag den Marktplatz. „Live und unzensiert“ wie in der gleichnamigen RTL-Fernsehserie erlebten die Gäste eine bemerkenswerte Show des Frankfurter Türken, der 2001 gleich vier deutsche Fernsehpreise absahnte und 2005 die „Goldene Palme“ für besondere Verdienste um die Völkerverständigung erhielt.

Fast 2000 Gäste lachten vor allem im ersten Teil des zweistündigen Spektakels Tränen über muntere Sprüche aus frecher Schnauze dieses begnadeten Charmeurs, dem nichts und niemand heilig zu sein scheint. Vor allem nicht die Schweizer, Franzosen, Kroaten, Holländer, Engländer, Türken und Amerikaner, die Yanar durch den Kakao zog, ohne freilich beleidigend zu werden. Er erteilte dem Publikum Sprachunterricht. Und ein paar Lektionen in Sachen Autofahren. Das glaubte er wohl den Menschen schuldig zu sein, die ihn in Schopfheim umjubelten, in einer Stadt, die „nicht am Arsch der Welt liegt, von der aus man den Arsch der Welt aber schon sehr gut sehen kann.“

Er selbst, erzählte er, sei auf dem Land aufgewachsen. Er könne also nachvollziehen, wie man sich in diesem Landstrich fühle. Auf dem Weg hierher, zur „Konferenz der Landeier“, sei er durch einen Ort mit türkischem Namen gefahren, durch „Schwörstadt“, scherzte Kaya Yanar. Und er sei durch ein kleines Land hinter der Grenze gefahren, in dem es „mehr Blitzer als Einwohner“ gebe. Allerdings könne er verstehen, warum in der Schweiz aufs Mit grosser Schnauze viel Wind auf den Marktplatz geblasenTempolimit peinlichst geachtet wird. „Wenn man dort auf die Tube drückt, ist man viel zu schnell durch“, meinte er und sang ein Loblied auf Deutschland, wo man solche Bremsen auf den Autobahnen nicht kenne: „Es gibt viele Ausländer, die nur deshalb nach Deutschland kommen, um einmal in ihrem Leben 220  fahren zu können.“

Das ist schnell. Aber sicherlich nicht annähernd so schnell wie das lose Mundwerk des Komikers, der 2012 im Film mit „Agent Ranjid“ die Welt gerettet hat, mit „Dekker und Adi“ einen Film drehte, von 2009 bis 2011 in der „Schillerstraße“ mitwirkte und 2012 den Film „Zambezia“ drehte, in dem bewiesen wurde, dass „in jedem ein kleiner Held“ steckt. Umwerfend, wie Yanar als Schweizer, den man mit dem „li“ hinter fast jedem Wort „auf die Größe der Schweiz zurechtgestutzt“ hat, mit dem Taschenmesser und einer Fünf-Kilo-Toblerone gegen die Taliban kämpfte oder wie er sich als holländischer Dracula mit orangefarbenem Umhang blutsaugend durch die Nacht bewegte.

Frankreich, sagte Kaya Yanar, sei ein schönes Land, habe Kultur. „Ich liebe dieses Land sehr, Das einzige, was ich an Frankreich nicht mag, sind die Franzosen.“ Und zwar allein schon deshalb, weil man als Ausländer am ausgestreckten Arm verhungern müsse, wenn man die Landessprache nicht beherrsche.

Da lobe er dann doch die Türken, seine Landsleute, die praktisch alles können, nur nicht Auto fahren. Das sei in der Türkei eine Kunst, die einem komplizierten Computerspiel mit mehreren Schwierigkeitsgraden ähnle: „Je länger du durch die Türkei fährst, um so schwieriger wird es, keinen Unfall zu bauen“, urteilte er über das Land, in dem es ganze Sätze ohne das „Ü“, aber viele Worte mit gleich elf oder noch mehr „Üs“ gebe: „In Deutschland gibt es Ü40-Partys. In der Türkei 40-Ü-Partys!“

Diese Probleme gebe es in Kroatien wieder nicht. Denn dort kenne niemand Vokale. „Irgendein Kroate hat irgendwann einmal zu den Vokalen gesagt: Ihr könnt da nicht rein.“ Deshalb blieben sie draußen. Und deshalb kennt in Kroatien auch keiner den „Tod“, sondern den „Smrt“, vor dem er, Yanar, er keinen Respekt haben könne. Es sei doch zu komisch, wenn man zu jemanden sage: „Geh da nicht raus, da draußen lauert der Smrt“, sagte der Mann, der bei seiner Geburt „aus der Mutter rausgeschossen sei und an der Nabelschnur Bungie-Springen geübt habe. Mit einer Nebenwirkung: „Seither bin ich auf irgendeine Art und Weise bekloppt!“

Beklopft waren dann vielleicht hie und da mal die fast ein wenig zu ausführlichen Geschichten um über Jahre hinweg eingesperrte „Fürze“, die Kaya Yanar im zweiten Programmteil abließ und die dann doch ab und an zum Himmel stanken, weil sie zu intensiv ins Mikrofon geblasen wurden. Insgesamt aber hatten die Leute auf dem Schopfheimer Marktplatz das große Vergnügen, den Freitagabend mit einem Künstler verbringen zu dürfen, der das Kunststück fertig brachte, allein auf der großen Bühne eine Art „Sommersound“ zu kreieren, den man in der Markgrafenstadt bisher so nicht kannte.

Nicht immer geruchslos - anruechiger Fremdsprachenunterricht Kontrollfreaks an den Pforten zum Sommersound Vorfreude auf freche Sprueche aus grosser Klappe - Ausverkauft2

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