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Naturnah mit Wasserkraft

1. September 2013

grosses Interesse an Fuehrungen in SteinenSteinen / Schopfheim (hjh). 35 Kleinkraftwerke produzieren zwischen Feldberg und Basel mittels Wasserkraft unterschiedliche Mengen Strom. Die meisten sind in Händen privater Investoren. Aber sechs davon werden unter der Regie des Naturenergie-Giganten aus Rheinfelden betrieben und eisten einen wertvollen Beitrag zur Energieversorgung im Einzugsbereich des Energiedienst Rheinfelden. Drei dieser Prachtstücke, die zusammen über 1500 Haushalte im Wiesental mit dem Produkt der „Wasserkraft aus dem Schwarzwald“ versorgen, hatten am Sonntag die „Türen“ weit geöffnet. Mit überwältigendem Erfolg, der selbst die Initiatoren aus Rheinfelden nachhaltig beeindruckte. „Viele Leute kommen hierher und stellen ganz gezielt Fragen“, wunderte sich Alexander Lennemann, Leiter Kommunikation beim Energiedienst (ED), über den Ansturm von Leuten, deren primäres Ziel einmal nicht das Rahmenprogramm in Steinen, sondern die Führungen durch die Anlagen waren, vorbei an Turbinen, Fischtreppen und Schmutzrechen.

Natürlich wurden die Würste zum Hammerpreis von einem Euro ebenso mitgenommen wie kostenlose Äpfel und Getränke an den „Energietankstellen“ auf der Energietour entlang der Wiese zwischen Steinen und Schopfheim, die auf Schusters Rappen, im Shuttle Bus oder auf dem batteriebetriebenen Velo erkundet werden konnte. Im Mittelpunkt des Interesses aber standen zweifelsfrei ED-Mitarbeiter wie Lennemann, Jochen Ulrich (Leiter Ökologie und Werkschutz) oder Thomas Rothmann, der Chef eines fünfköpfigen Teams, das die kleinen Wasserkraftwerke im Wiesental technisch betreut.

„Sind sie bei Fragen zuständig? Wir möchten gern wissen, was hier passiert!“ Unentwegt standen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Energiedienstes Rede und Antwort, erläuterten, was es auf sich hat mit den umfassenden Maßnahmen, mit denen der ED das Projekt „zurück zur Natur“ sehr aufwändig „und weit über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus“ betreibt. „Wir machen das alles nicht nur, weil wir müssen“, betonte Thomas Rothmann und wies darauf hin, dass sich sein Arbeitgeber in erster Linie den Menschen in der Region und der Natur verpflichtet fühle. Dabei verstehe es sich von selbst, dass alle Anlagen zur Stromerzeugung „auf hohem technischen Niveau“ betrieben werden. Und zwar auch das Kraftwerk in Gündenhausen, das 1910 gebaut und 1983 zuletzt modernisiert wurde und – so Alexander Lennemann – inzwischen unter Naturschutz steht. Derzeit werden „ökologische Aufwertungsmaßnahmen“ durchgeführt. Und 2015 wird das Kraftwerk auch in puncto Energieerzeugung auf Vordermann gebracht.

Am Hammerwehr stellte Jochen Ulrich die Planung zur Modernisierung des dortigen Kraftwerks vor, das bei einem Gefälle von drei Metern mit drei Kubikmetern Wasser eine Leistung von 50 kW bringt. Rund 700000 Euro werden dort im kommenden Jahr von einer Gesellschaft investiert, an der die Energielieferanten aus Rheinfelden zu einem Drittel beteiligt sind. Das erforderliche Genehmigungsverfahren werde kommende Woche eingeleitet. Und im nächsten Jahr könnte gebaut werden. Unter anderem werde eine Schneckenturbine in Betrieb genommen, die wesentlich effektiver arbeitet und damit den Wasserverlust kompensiert, für den die Umsetzung ökologischer Ziele speziell im Bereich Fischbesatz (hauptsächlich Forellen und Lachse) verantwortlich sind.

Wer in Steinen vom Fahrrad stieg, wurde zunächst in den Untergrund dorthin geführt, wo maximal 13 Kubikmeter Wiesen-Wasser seit 1987 zwei Kaplan-Kegelrad-Rohrturbinen zu einer Leistung von 1000 kW animieren und so dafür sorgen, dass 850 Haushalte mit 3.3 Mio. kWh versorgt werden. Die dazu notwendige Kraft holt sich das Wasser über ein Gefälle von 7.5 Meter, das 2007 so angelegt wurde, dass sich Fische – darunter zunehmend Lachse – über Fischtreppen im Wiesental rauf und runter bewegen können. Außerdem erhielt die Anlage eine ökologisch funktionstüchtige Rechenreinigungsmaschine, die von den zuständigen Behörden und Verbänden inzwischen auch anderen Kraftwerksbetreibern empfohlen werde, wie Thomas Rothmann stolz betont. Schließlich sei dem ED gerade das ökologische Gleichgewicht wichtig. Im Einklang mit der Natur setze man an allen Kraftwerken biologische Betriebsstoffe ein, sagte er und wartete am Ende noch mit ein paar interessanten Zahlen auf, die belegen sollen, dass gerade dieser erwünschte und unverzichtbare Einklang im Umgang mit Feldbergs Töchterlein, der Wiese mit ihrem Gefälle von rund 1000 Metern auf 55 Kilometern (die Wiese macht sich in 1200 Metern Höhe auf den 55 Kilometer langen Weg durchs Wiesental in den Rhein bei Basel), auch ein paar unwägbare Begleiterscheinungen mit sich bringe: „In den Monaten Dezember bis Februar nehmen die anfallenden Wassermengen um das 20fache auf bis zu 212 Kubikmeter/Sekunde zu, kein Vergleich also zu den 1,8 Kubikmeter pro Sekunde, die am Tag der offenen Tür durch das Kraftwerk flossen. „Normalerweise hätten wir unter diesen Bedingungen das Kraftwerk vom Netz genommen“, sagte Rothmann. Aber das wollte man den vielen, vielen Gästen an diesem ebenso spannenden wie faszinierenden Tag nicht antun. Und wohl auch nicht den 45 Azubis des ED, die an solchen Tagen „ganz scharf darauf sind, sich und ihre Ausbildungsziele zu produzieren“ und Stationen aufgebaut hatten, an denen sie Kinder mit lehrreichen Spielen wie einem Energiehaus oder dem heißen Draht begeisterten.

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