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Begeistertes Jungvolk umjubelt Aschenputtel

3. Januar 2017

Schopfheim (hjh). Die Gebrüder Grimm würden, wenn sie könnten, im Grab rotieren, Großeltern im Tross von Enkeln dürften sich am Montag in der Stadthalle in Erinnerung an das „Aschenputtel“ ihrer eigenen Kindheit die Haare gerauft haben. Aber das Jungvolk – und um das alleine ging es bei dem Musical, das vom Theater „Liberi“ inszeniert und unterm Kupferdach aufgeführt wurde – war restlos begeistert von der modernen Form eines uralten Märchens um böse Stiefmütter, futterneidische Schwestern und ein Mädchen, das sich aus der Asche erhebt und an der Seite eines waschechten Prinzen die Königsthron erklimmt. Minutenlang dröhnte der Beifall, tönten „Bravo“ und „Juchhuh“-Rufe unterm Kupferdach. Und wer  sich durch die Massen schnell genug in Richtung Ausgang bewegt hatte, konnte sich über permanent strahlende, lachende und sehr zufriedene Gesichter freuen. Regisseur Helge Fedders Team, „Aschenputtel“ Leah Bukatsch, „Prinz“ Markus Peters, „Stiefmutter“ (und „Koch“) Isabel Flössel, „König“ (und „Knecht“) Stefan Peters, die „Stiefschwester“ Mareike Heyen und nicht zuletzt Elisa Pappe als „Fee“, „Magd“ und „Diener“ hatten mit ihrer Interpretation eines Märchen-Klassikers voll ins Schwarze getroffen.

„Reich mir die Hand. Ich geb dir meine hier. Stück für Stück – rein ins Glück“, wurde gesungen. Und das war denn auch gleich ein gutes Stück der Handlung, aber auch einer wichtigen Botschaft: „Wenn du das Glück suchst, wirst du es finden: glaube daran!“ Und Ausdruck inniger Wünsche: „Manchmal wünsch ich wie im Märchen mir mehr leben.“ Ein Traum, der dem Stieftöchterchen am elterlichen Hof darüber hinweg hilft, die Demütigungen, denen sie ausgesetzt ist, zu ertragen und unerschütterlich ihren Weg zu gehen, auf dem sie von einer guten Fee und gurrenden Tauben bis zum zauberhaften Happy-End begleitet wird.

Produzent Lars Arend ist als Produzent Urheber der erfolgreichen Ausflüge des Tourneetheaters aus Bochum in die fantastischen Märchenwelten eines „Pinocchio“, des „Peter Pan“, des „Mogli“ im „Dschungelbuch“ oder eben der „Cinderella“, die sich Dank der „Liberi“aner aus dem Ruhrpott für die Kinder und für Erwachsene im 21. Jahrhundert in angepasster Form öffnen. Arend hält an seiner Auffassung von „unendlicher Kraft alter Märchen“ fest, glaubt an „Liebe und Träume und an schicksalhafte Wendungen“ im Leben der Figuren, die er aus seiner Schatztruhe hebt. „Unsere Märchenfiguren entspringen einerseits einer fantastischen Welt, stehen aber auch als selbstbewusste und fröhliche Gesellen so im Hier und Jetzt, dass Kinder sich mit ihnen identifizieren können“, sagt er und betont, dass in seinen Produktionen düsteren und furchteinflößenden Gruselmonstern die Zähne gezogen werden, weil „wir wollen, dass Kinder ab vier Jahren das Theater mit einem guten Gefühl verlassen.“

Das war auch in Schopfheim so. Die Stiefmutter tyrannisiert Aschenputtel quasi mit angezogener Handbremse, der König bei Hofe rappt und richtet zum Ball die Gardinen höchstselbst. Und die in alten Märchen bösartige Stiefschwester hat gar kein Auge auf den Prinzen geworfen, sträubt sich gar, den kennenzulernen und betont gelegentlich, lieber studieren zu wollen als auf Brautschau zu gehen. Leah Bukatsch, das Aschenputtel, liest zwischen den Textzeilen des modernen Märchens, in dem sie am Ende aus der Asche steigen darf, gleich mehrere Botschaften: Zum einen findet sie die Geschichte als Beispiel dafür, „dass auch schlechte Vorzeichen zum Guten führen können, dass man auch in dunklen Zeiten täglich Neuem begegnen“ könne und dass durch „Glauben und innere Kraft“ sich vielleicht nicht Alles, aber doch Vieles zum Guten wendet.“ Und sie deutet in ihrer Rolle an, dass positive Charaktereigenschaften, offenes und mutiges Auftreten“ mehr sein kann als oberflächliche Schönheit und Materialismus.

Die Jüngsten im Saal dürften diese Weisheiten noch einigermaßen unberührt gelassen haben. Sie fanden aber sicht- und hörbar die Gesänge schön, bekamen glänzende Augen allein schon wegen der tollen Roben, die über das Parkett schwebten. Sie genossen die Freude am Humor, der in den Tänzen und den Texten mitschwang. Und sie hoben vielleicht – verzaubert vom zauberhaften Spektakel vor ihnen und um sie herum – auch ein wenig ab mit Aschenputtel und ihrem Prinzen, als die sangen: „Flieg mit mir weg und halte meine Hand bitte fest. Lach und tanz mit und halte mich fest, bis wir nichts mehr sind – nur noch Luft“.

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