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“Hochdütsch, des cha jeder!”–die Knastbrüder “uff em Schillige”

18. August 2018

HJH04770Schillighof (hjh). Es war „der Tag, als der Regen kam“ und die Idylle auf dem Platz vor der kultigen Wandererkneipe der Familie Asal ein wenig trübte. Auch das „gemütliche Zusammenrücken“ half nicht mehr viel, nachdem sich die „Schleusen“ geöffnet hatten, die Blitze zuckten und der Donner den beiden Knastbrüdern ab und an gehörig in die Parade fuhr. Zu dem Zeitpunkt aber hatten Jeannot & Christian Weißenberger das reichlich vorhandene Publikum längst im Sack. Das lag zu einen daran, dass dieses so überaus beliebte Duo die Fans wie immer mit ihren überwiegend alemannischen Songs und mit den dazu passenden Witzen zum Ausflippen brachte, das lag aber auch an der weißen Voraussicht der beiden Herren, ihr „open Air-Konzert am Schillighof“ eine Stunde eher zu beginnen, als das eigentlich geplant gewesen ist. „Das Wetter wird nicht besser. Wir haben beschlossen, jetzt schon anzufangen, dann kommt ihr alle früher ins Bett“, verkündete Jeannot Weißenberger unter zustimmendem Beifall der Leute, die schon Stunden zuvor zum Schillighof gepilgert waren, um einigermaßen vernünftige Plätze zu ergattern. Schließlich wussten viele von ihnen, dass es hoch her geht bei den Auftritten der beiden Jungs aus dem Wiesental und dass Plätze schnell Mangelware werden, schon ehe der musikalische Spaß vor urig-prächtiger Kulisse beginnt. Und warum sollte es ausgerechnet am Freitag anders sein, an einem Tag, der zu einem der ersten Lieder an diesem Abend passte: „S`Wochenend isch do, s’isch vorbei mit dere Schafferei.“

HJH04783Natürlich gabs auch an diesem Abend wieder „Alemannisch für Fortgeschrittene“ zu genießen. „Hochdütsch, des cha jeder- Alemannisch chönne nur mir“, tönte es. Und zwar so einfühlsam, so bestimmt, dass Fremde unter Freunden rätseln durften, was „sürpfle“ oder „pfuuse“ heißen könnte, um dann vorgesungen zu bekommen, dass „e Lätsch“ nur eines bedeuten kann: „e Blödes G’sicht“. Derweil zogen sich dunkle Wolken über dem Bereich um den Schillighof zusammen. „Bi dem Wetter geht viel Durscht verlore“, unkte Jeannot, der grauhaarige Wunderknabe, der allein schon mit seinem trockenen, teils recht deftigen Humor die Fans vor, neben und hinter ihm immer wieder von den Sitzen riss: „Fällt ein Russe tot vom Traktor, isch in de Nähe ein Reaktor!“ Oder die kurze Episode eines Dialogs zwischen HJH04819einem Wiesentäler Bauern und einem Feriengast: „Es gibt wirklich viele dumme Leute im Schwarzwald“, klagte letzterer zum Beispiel – und bekam zur Antwort: „Jo, jo. Aber die fahre nach de Ferie alli wieder heim.“ Das kam an.

Es kam an wie ausnahmslos alle Lieder vom „Krieg gege d’Schwiz“, von „Bölle“, der prächtigen Aussicht vom „Dilliger“, die bei den Weißenbergers Erinnerungenb an die Kindheit weckten, von “Adelhuuse“ oder „Stette“, vom „Schneck, der weg mues vom Garteweg“, vom „Hai, der nit dehei“ ist, vom „säge“ und „sage“ im Hotzenwald, von „s’Asal-Müllers Schimmel“, den Jeannot so gern „noch emol ritte dät“, von Nachtlokalbesuchen gestandener Burschen von denen drei Mann „in de Finke uff em „Göbbel un zwei im Siddewage“ saßen, vom „Santino“, der ehemaligen „Kranz“-Ikone, von „Spiinebuube“, dem Trubel beim „Stroßefeschd“ und vom Belchen, der wie viele andere Orte auch zu dem zählt, was Jeannot, Christian und wohl auch Otto Bürgelin, der Lörracher Liedermacher, unter dem verstehen, was sie in einem bewegenden Lied auf den Punkt brachten: „S’isch immer no mi Heimet“.

HJH04827Dann nahm das „Doddeliwetter“, das von den „Knastbrüdern“ zuvor so humorvoll beschrieben hatten, beängstigende Formen an. Nichts mehr wars mit dem „Frühlig uff de Nonnematt“. Jetzt zahlte sich die Mogeleinheit von einer Stunde aus, die sie den Wettergöttern abgeluchst hatten. Die meisten Gäste profitierten davon, dass sie die besten Plätze auf dem Schillighof und dort im aufgestellten Zelt frühzeitig enterten. Jetzt bekam auch das Asal-Team vor und hinter den Theken mit, was Jeannot meinte, als er den Spruch vom „verlorenen Durst“ los wurde. Es wurde merklich kühler. Aber den stürmischen Applaus, den Jeannot und Christian nach diesem grandiosen Auftritt einheimsten, hätte auch das kühlste Lüftchen keinesfalls verhindern können.

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Zum Foto oben: Jeannot wischte sich den Schweiß ab mit einem Tuch, das er dann in die Höhe hielt: „Sind Beamte da. Des isch Schweiß. Nur damit ihr das auch mal gesehen habt!“

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