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Eine Oase für Senioren: Alte Bäume verpflanzt man nicht

22. Oktober 2018

viele Fragen - gute Antworten2Maulburg (hjh). Wohngemeinschaften für Senioren sind derzeit landauf, landab im Gespräch. Nach dem Kleinen Wiesental, wo vor einigen Wochen schon ganz konkret über eine WG für Menschen diskutiert wurde, die ihren Lebensabend – soweit das geht – gut betreut und doch abseits klassischer Pflegeheime verbringen wollen, ist nun auch Maulburg dabei, zu diesem Thema Weichen in eine ganz bestimmte Richtung zu stellen. Bürgermeister Jürgen Multner und die Gemeinderäte wollen in ihrer Gemeinde „neuen Lebensraum für Seniorinnen und Senioren“ schaffen. Bei einer Informationsveranstaltung am Freitag erklärte Jürgen Multner, warum ihm dieses Thema, das ihm die demagogische Entwicklung  (bis 2030 wird sich die Zahl der über 85jährigen gegenüber heute fast verdoppeln, die 60 bis 85jährigen haben mit 1310 gegenüber 972 heute einen gewichtigen Anteil in der dann 4248-Seelen-Gemeinde) wichtig ist, wie er es anzugehen und mit welch profunder Hilfe er es umzusetzen gedenkt. Auf der Suche nach dieser Hilfe musste er keine weiten Wege gehen. Schließlich entsteht in Schopfheim derzeit in Ergänzung des Markus-Pflüger-Heims das „Dietrich-Bonhoeffer-Haus“. Und zwar unter Federführung des „Sozialwerk Wiesental“ geplant des Mannheimer Büros „Particeps“ und unter Mitwirkung der „Curare GmbH“, einem Trio also, das seine Erfahrungen auch in das nun vorgestellte Projekt einbringen könnte, zumal das Schopfheimer Bauwerk praktisch 1:1 auch in der Maulburger Köchlinstraße zu realisieren wäre, wie Jürgen Multner und Planer Michael Streit versicherten.

Michael Streit - Martin Mybes - Maria Spaeth2Der Bürgermeister wollte bei der Informationsveranstaltung ausloten, ob er in der Bevölkerung mit Zustimmung oder Gegenwind zu rechnen habe. Nach zwei sehr informativen Stunden, in denen Planer und vor allem Martin Mybes als Vertreter des Sozialwerks mit einem klaren Konzept überzeugte, durfte er sich über Rückenwind freuen. Ein Zuhörer lobte den Vorstoß der Gemeinde ausdrücklich. Und die übrigen im Saal unterstützten dieses Lob mit lang anhaltendem Beifall, der in den Reihen der Verantwortlichen für den notwendigen Optimismus sorgen dürfte, der notwendig ist, um auf 3600 Quadratmetern Fläche u.a. insgesamt 24 Tagespflegeplätze in 24 Einzelzimmern, ausreichend Sozialräume, eine Begegnungsstätte, Räume fürs Personal und für einen Arzt sowie 13 Wohneinheiten mit 60 bis 80 Quadratmetern je Wohneinheit und nicht zuletzt 17 Tiefgaragenstellplätze barrierefrei zu bauen und einzurichten. Und der Bürgermeister erhielt einen Sonderapplaus für die offizielle Mitteilung, dass sich in der Gemeinde Mitte kommenden Jahres in der Hauptstraße in unmittelbarer Nachbarschaft der Apotheke ein Allgemeinmediziner niederlassen werde.

Wenn alles gut läuft, könnte der Gebäudekomplex für Senioren gegen Ende 2020 zur Verfügung stehen. Die Bautechnik und die Gestaltung könne, so der Planer, am derzeit fortschreitenden Bau in Schopfheim unter die Lupe genommen bzw. beobachtet werden. Was dort und später in Maulburg möglich sei, erläuterte Martin Mybes in den „Phantasien“, die er in Schopfheim derzeit realisiert und die er auch in Maulburg für möglich hält, wo sich die Senioren wie überall sonst auch Gedanken darüber machen: „Wo möchte ich künftig leben? – Wie möchte ich leben? – Was möchte ich er(leben)?“ Mybes bat seine Zuhörer, ihm auf (s)einem Denkweg zu folgen, dessen Stationen eine funktionierende „lokale Versorgungsstruktur“ beinhalte mit ambulanter Pflege, einer Begegnungsstätte und der Tagespflege, einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft sowie dem „Service Wohnen“, das etwas mehr als betreutes Wohnen bedeute. Und Mybes versicherte: „Das Konzept funktioniert einwandfrei, aber nur dann, wenn wir bei ihnen sind.“ Was heißen soll: Es muss ein fester Betreuungsstützpunkt installiert werden, der den Einsatz von hilfsbereiten Familienmitgliedern, von freiwilligen ehrenamtlichen Helfern und von Bewohnern, deren Eigenständigkeit unbedingt bewahrt werden müsse, koordiniert. Wenn das alles greift, könne man den Verbleib der Senioren vor Ort verwirklichen und damit den gefürchteten Folgen unerwünschter Entwurzelung und den daraus resultierenden galoppierenden Depressionen alter Menschen entgegenwirken, beteuerte Martin Mybes, der recht selbstsicher darauf hinwies, dass die Bewohner der künftigen Einrichtung sich nicht für den Pflegedienstpartner des Sozialwerks, die Curare GmbH entscheiden müssten, dass es aber gerade dieser Pflegedienst sei, der die hohen Anforderungen erfülle. Und er fügte hinzu: „Wir gehen davon aus, dass unser Konzept so gut ist, dass es kein anderer zu diesen Bedingungen anbieten wird.“ Und Jürgen Multner gab am Ende der Info-Runde, die bei Bedarf jederzeit neu aufgelegt werden könnte, zu verstehen, dass weder er noch der Gemeinderat gewillt seien, sich auf den Lorbeeren auszuruhen: „Wir müssen weiter daran arbeiten. Es geht nicht, das Projekt jetzt durchzuziehen und dann zu sagen: wir haben unsere Pflicht getan.“ Auch dieses Versprechen wurde mit viel Beifall belohnt.

Natürlich wurden Fragen gestellt.

Sind 13 Wohnungen und 24 Tagespflegeplätze ausreichend? Wäre es nicht besser, einen anderen Standort, der Erweiterungschancen bietet, zu wählen?

Jürgen Multner gab zu, dass die Suche nach einer Antwort auf diese Frage einem „Griff in die Wundertüte“ gleichkomme. Aber er erklärte auch, dass sich der Standort Köchlinstraße anbiete, weil das Grundstück der Gemeinde gehöre und weil es voll erschlossen sei. Sollte größerer Bedarf bestehen, spräche nichts dagegen, über einen zweiten Standort nachzudenken.

Haben nur gut betuchte Menschen Chancen, bei der Vergabe berücksichtigt zu werden?

Martin Mybes als Vertreter des vorgesehenen „Generalmieters“ Sozialwerk Wiesental betonte, dass diese Art der Seniorenbetreuung bei hoher Qualität wesentlich günstiger zu haben sei als die Unterbringung alter Menschen in einem Heim. Es werde am Investor Gemeinde liegen, welche Kosten am Ende auf die Mieter und Nutzer der Tagespflegeplätze zukommen. Aber er gehe davon aus, dass die Gemeinde ein sozial verträgliches Zahlenwerk präsentieren wird.

Werden Senioren, die Eigeninitiative entwickeln und mitgestalten wollen, ausgebremst?

„Im Gegenteil!“ Die Betreiber wünschen sich nichts mehr, als dass sich die Menschen in dem Komplex in den Tagesablauf einbringen. Mybes glaubt, dass sie das auch in Maulburg tun. Erfahrungen hätten gezeigt, dass Senioren in solcher Umgebung schnell brach liegende Fähigkeiten neu entdecken und so zum guten Klima in solchen Einrichtungen beitragen.

Ist eine 24-Stunden-Betreuung vorgesehen?

„Ja, natürlich!“ Es wird nicht vorkommen, dass bei gesundheitlichen Problemen Patienten erst dann entdeckt werden, wenn die Tagespflege ihren Dienst beginnt. Es stünde zwar kein Fachpersonal zur Verfügung. Aber es werde in Absprache mit dem Pflegedienst Nachtwachen geben, die im Notfall alles erforderliche in die Wege leiten können, sagte Martin Mybes, der immer wieder auf belegbare Beispiele „seines“ Georg-Reinhardt-Hauses verwies, in dem das „in jahrelanger Arbeit“ entstandene Konzept so perfekt funktioniere, dass sich das GRH in der Region nicht nur Freunde geschaffen habe, weil sein guter Ruf selbst bei Bewohnern anderer Einrichtungen Begehrlichkeiten bis hin zum Umzug nach Schopfheim wecke.

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