Aus der Sitzung des Ortschafstrates in Endenburg
Endenburg (hjh). Einmal mehr sorgte ein Antrag zum Bau eines Einfamilienhauses in den Rotstauden für rauchende Köpfe am Ortschaftsratstisch, ehe das Baugesuch dann doch bei einer Enthaltung einstimmig auf den Weg zum Bauausschuss nach Steinen gebracht wurde. Das Haus, mit dem an einem Steilhang im Dorf eine Baulücke geschlossen werden soll, wird laut Plan knapp 14 Meter hoch. Mit dieser Höhe mochte sich vor allem Gudrun Selinger nicht anfreunden, obwohl der Architekt des Bauherrn wiederholt beteuerte, dass die Höhe des schlicht gehaltenen Bauwerks keines falls störend wirke zwischen den Nachbarhäusern. Immerhin seien ein paar Meter des Neubaus im Hang versenkt, der obere Teil sei stufenartig in die Hangschräge eingelassen und deshalb kaum so zu sehen, wie das die Planansicht vorgaukle.
Im Übrigen habe man bei der Planung frühere Bedenken der Ortschaftsräte bezüglich der Grundstücksentwässerung und der Garagenausfahrt zur Kreisstraße ausgeräumt. Alles andere, was beanstandet oder kritisiert wurde, gehört eher in den Bereich „Optik“: Dem einen Ratsherrn gefiel das vorgesehene Pultdach nicht, ein anderer fand, dass ein Satteldach nicht ins Bild passe.
Leichtes DSLlite: Ärger mit einem “Saftladen”
Endenburg (hjh). Als „Sauerei“ beurteilte Ortschafstrat Benno Weißenberger am Ratstisch die Umsetzung eines Gemeinderatsbeschlusses zum Ausbau des DSL-Funknetzes in Endenburg. Vor 13 Monaten habe er zuletzt etwas gehört „von diesem Saftladen“, der den Endenburgern den Netzausbau versprach. Gudrun Selinger erinnerte sich allerdings an weitere Gespräche mit dem Mitarbeiter der Firma Stiegeler.
Die allerdings verliefen alles andere als so, wie das in Steinen besprochen worden sei. Endenburg sollte Interessenten eruieren. Das sei aber nun wirklich nicht ihre Aufgabe, sie sei, so Selinger, „nicht der PR-Manager“ dieser Firma. Ins Auge gefasst habe man allenfalls die Organisation einer Informationsveranstaltung, die nie zustande gekommen sei, weil aus Schönau keine Reaktionen erfolgte. Dazu komme, dass einige Anschlüsse in Endenburg bereits realisiert seien, die man auf keinen Fall als Basis für Gespräche mit weiteren Interessenten nutzen könne. Denn: „Wenn ich sehe, wie lahm das angeblich so schnelle Internet in Endenburg ist, werde ich mich hüten, die Werbetrommel zu rühren“, ärgerte sich Gudrun Selinger, die daran erinnerte, dass jeder Haushalt zunächst einmal 300 bis 1000 Euro investieren müsse, um in den zweifelhaften Genuss eines „DSL lite“ zu kommen, das „sehr light“ ausfalle. Außerdem sei von der überall gepriesenen „Stärkung des ländlichen Raums“ nichts zu spüren. Und das ärgere sie ungemein. Und nicht nur sie, auch Gemeinderat Rudolf Steck ging buchstäblich auf die Palme: „Ich bin davon ausgegangen, dass unsere Beschlüsse längst umgesetzt sind“, gab er zu Protokoll und Bürgermeister Rainer König, der die Debatte live erlebte, weil er zu zuvor Gudrun Selinger anlässlich ihres 20jährigen Dienstjubiläums auszeichnen durfte, versprach, sich mit der Firma Stiegeler in Verbindung zu setzen, um das Problem aus der Welt zu schaffen.
Aus der Sitzung des Ortschaftsrates in Hägelberg
Im Jahr 2012 sei ein Holzeinschlag von 9900 Festmetern geplant, 52 Prozent davon sollen an 14 Hieborten auf Hägelberger Gemarkung geerntet werden, gab Volker Resnig zu Protokoll – und veranlasste Gabriele Kaiser-Bühler zu der besorgten Frage, ob angesichts der Tatsache, dass die Wälder allgemein immer lichter werden, nicht doch des Guten zu viel „aus dem Wald geholt werde“. Für Resnik keine Frage: „Es wird nicht über den Zuwachs gehauen“, betonte er und plädierte gleichzeitig für einen Wald, der „unterschiedlichst und divers strukturiert“ angelegt sein müsse. Mit „dunklen, geschlossenen Baumwüsten“ sei niemandem gedient, auch nicht denen, die Zustand und Ertrag in einem gesunden Verhältnis zueinander erwarten.
Hägelberg (hjh). „Wann wird de Müll g’holt“, wollte ein Bürger in der Fragestunde bei der jüngsten Sitzung vom Ortsvorsteher wissen. Und Hans-Georg Koger musste zugeben, dass er diese Frage zwar erwartet habe, aber keine Antwort darauf wisse. Aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen habe die mit der Entsorgung beauftragte Firma einzelne Bereiche Hägelbergs nicht bedient. „Eine Unverschämtheit“, ärgerte sich Koger, der vermutete, dass in manche Ortsteile nicht gefahren wurde, weil die Arbeiter dazu „eifach kei Luscht cha hänn.“ Beim Landratsamt lande man in einer Warteschleife, wenn man sich nach dem Sachstand erkundigen wolle oder erhalte, so Koger, die lapidare Auskunft, dass die Beschwerde weitergeleitet werde. Selbst könne man sich nicht an die Entsorgerfirma wenden. „Die nehmen keine Beschwerden entgegen und verweisen auf das Landratsamt. Und schon ist geht die unendliche Geschichte wieder von vorne los.
Dazu passend wies Hans-Georg Koger darauf hin, dass die Gemeinde zum Jahresende hin den Verkauf von Müllsäcken einstellt. Ab 1.1.2012 sind die Säcken offiziell in verschiedenen Geschäften in Steinen zu haben, gab der Ortsvorsteher bekannt.
Bau – und Umweltausschuss tagte im HDS
Steinen (hjh). Problemlos passierten ein paar Bauanträge den Bau- und Umweltausschuss des Gemeinderates, der am Dienstag im Haus der Sicherheit unter dem Vorsitz von Bürgermeister Rainer König tagte. Das Gremium hatte nichts einzuwenden gegen den Einbau von Schleppgauben ins Dach eines Einfamilienhauses in der Brühlstraße, segnete das Bauvorhaben in Schlächtenhaus ab, das bereits am Abend zuvor am Ortschaftsratstisch im Teilort befürwortet worden war und nahm schließlich den Nachtrags-Bauantrag zur Kenntnis, der die Montage einer Werbetafel an einem Gebäude im Bebauungsplangebiet „Steinen-Ost“ beinhaltete.Dem zuletzt behandelten Baugesuch gewann Bürgermeister Rainer König sogar noch einen positiven Aspekt ab, denn: „Wenn da Werbung angebracht wird, bedeutet das ja wohl auch, dass demnächst auch eine Firma Einzug in das bisher leerstehende Gebäude hält. Ein unliebsamer Lehrstand wird damit bald aufgehoben“, freute sich König auch darüber, dass alle Projekte auf der Tagesordnung von den Gemeinderäten anstandslos angenommen wurden. Bis auf eines: Die Entscheidung über den Antrag zum Bau eines Einfamilienhauses in Endenburg wurde zurückgestellt, weil der Antrag im Ortschaftsrat „urlaubsbedingt“ nicht beraten werden konnte. Gudrun Weniger hatte den Aufschub auch deshalb beantragt, weil in den Reihen des Ortschaftsrates „verschiedene Bedenken“ gegen das geplante Projekt bestehen. Und Bürgermeister Rainer König betonte, dass man der Vertagung allein schon deshalb zustimmen müsse, weil es im Gemeinderat einfach üblich sei, vor Entscheidungen die jeweiligen Ortschaftsräte zu hören.
Kein Bock auf Geschwindigkeitsbegrenzungen beim Vogelpark
Schlächtenhaus-Hofen (hjh). Eine harte Nuss zu knacken hatten die Ortschaftsräte bei der Sitzung am Montag im Domizil der Feuerwehr. Es ging mal wieder um Geschwindigkeitsbegrenzungen. Die allerdings sollten nicht eingerichtet, sondern abgebaut werden. Im Visier hatte Ortsvorsteher Werner Roßkopf dabei den Bereich des Vogelpark-Parkplatzes, durch den die L136 führt. Und auf der werde vor allem der Berufsverkehr von März bis November tagsüber bis 19 Uhr doch erheblich behindert, weil die geplagten Autofahrer jeweils 400 Meter vor der Fußgängerfurt zwischen Parkplatz und Eingang zum Park den Fuß vom Gas nehmen müssen, um zunächst nur noch mit 70 Sachen auf den Fußgängerüberweg zufahren dürfen, ein – wie es aus den Reihen der Ortschaftsräte hieß – „Schwachsinn“, der schließlich in einer weiteren Schikane für die Autofahrer, der Herabsetzung der Geschwindigkeit von 70 auf nur noch 50 km/h 200 Meter vor dem Park gipfle, die bis 200 Meter nach der Gefahrenstelle beibehalten werden müsse. Dann erst darf der Bleifuß wieder eingesetzt werden, aber nur langsam: Weitere 200 Meter ist die Geschwindigkeit auf 70 begrenzt, und dann geht’s endlich wieder in die Vollen, die auf Landstraße allerdings bei Tempo 100 enden, bei einem Tempo also, das vor allem in Richtung Weitenau kaum mehr ausgekostet werden kann: Das Ortsschild verhindert den Rausch der Geschwindigkeit während der Durchfahrt durchs Dorf nachhaltig.
Da zahlreiche Autofahrer auf diesen 800 müden Metern unglaublich viele Sekunden zu verlieren scheinen und deshalb zunehmend Kritik laut werde, sollen nun – nach einstimmigem Beschluss der Mandatsträger – endlich wieder klare Verhältnisse geschaffen werden. Schließlich, so Werner Roßkopf, sei die Manipulation der Geschwindigkeit 2004 zum Schutz der Vogelparkbesucher für ein Jahr installiert und danach um ein Jahrverlängert worden, wobei spätere Diskussionen um eine Neuregelung zunächst nichts brachten und dann „im Sand verliefen“. Werner Roßkopf schlug vor, die bisherigen Schilder abzubauen, Tempo 70 aus beiden Richtungen erst 200 Meter vor dem Park einzurichten und die Autofahrer danach per Verkehrsschild darauf aufmerksam zu machen, dass demnächst Fußgänger die Fahrbahn kreuzen.
Das wurde von allen am Ratstisch akzeptiert, aber nur fast: Ein junger Mann begann, um die Meter zu feilschen, die gewonnen werden könnten, wenn die Aufhebung der Begrenzungen nicht auf der Rückseite der Begrenzungsschilder angebracht werden, sondern möglichst gleich nach dem Überweg. Und Werner Roßkopf versprach, seinen Vorschlag um diesen Zusatz zu ergänzen und zu klären, was rechtlich in dieser Sache machbar sei. Jetzt liegt es am Landratsamt, über den Vorschlag aus Schlächtenhaus, der zunächst in Steinen beim Bauamt eingereicht wird und von dort nach Lörrach weiter geleitet werden soll, zu entscheiden.
07.11.2011
Neuordnung der Hallengebühren nach 16 Jahren unabdingbar
Schlächtenhaus-Hofen (hjh). 16 Jahre lang blieben die Nutzungsgebühren für die gemeindeeigenen Räumlichkeiten rund um die Steinenberghalle unangetastet. Nun fand es Ortsvorsteher Werner Roßkopf an der Zeit, die Gebühren dem allgemeinen Preisniveau anzugleichen. Dabei fand er es angemessen, sich am Beschluss in Steinen zu orientieren, wo der Gemeinderat beschlossen habe, die Mieten für die Wiesentalhalle um zunächst 20 und im kommenden Jahr noch einmal um zehn Prozent zu erhöhen. Aber das alles gleich auf einen Schlag, einstimmig abgesegnet von den Ortschaftsräten, die fanden, dass die Nutzungsgebühren auch nach einer Anhebung um rund 30 Prozent noch durchaus im günstigen Bereich liegen. Ab Januar 2012 sind also für die Halle und Foyer allein 130 Euro (bisher 100 Euro) zu berappen, mit Kühlzelle und Küche kostet die Anmietung statt bisher 125 nun 160 Euro pro erstem Veranstaltungstag, jeder weitere Veranstaltungstag wird mit 65 statt mit 50 Euro abgerechnet. Der Kameradschaftsraum der Feuerwehr wird für 35 Euro (bisher 25 Euro) zur Verfügung gestellt, die Kühlzelle ist für sechs statt bisher vier Euro zu haben, die Hallennutzung bei Erdbestattungen wurde wie die Miete für den sanierungsbedürftigen Rathaussaal auf 65 Euro festgeschrieben. Und Geschirr für private Feiern daheim wird gegen eine Gebühr von 15 (10) Euro verliehen, während Besteck „nur“ acht Euro kosten wird. Die neuen Preise verstehen sich wie die alten ohne Nebenkosten. Die werden je nach Verbrauch abgerechnet, für die Reinigung müssen die Mieter – in erster Linie also die Vereine und Institutionen der Gesamtgemeinde Steinen – selbst aufkommen. Die bisher üblichen Nutzungsbedingungen (Vereine zum Beispiel bezahlen nichts für die Ausrichtung der Jahreshauptversammlung in der Steinenberghalle) bleiben unverändert.










